Nachhaltig. Elegant.

(c) Moeon Berlin

Die Frühlingssonne scheint durch die großen Fenster und durch die Blätter der Topfpflanzen schimmern die feinen grünen Adern. An der Holzwand links vom Eingang hängen ein paar Teile, in denen wir gerne sofort einen Spaziergang zur nächsten Eisdiele machen möchten. Und: Wir würden uns dabei extrem gut fühlen, nicht nur wegen der angenehm anschmiegsamen Materialien. Sondern auch, weil Moeon in Berlin-Kreuzberg faire, nachhaltige Eco Fashion anbietet.

Moeon, das sind Sonja Lotz und Ester Fröhler. Ester ist gerade in Babypause, weshalb wir uns mit Sonja über ihren Shop und ihre Visionen für die Zukunft unterhalten haben. Als Modedesignerin kennt sie die Branche seit Jahren, hatte vor einiger Zeit einen anderen Laden. “Irgendwann war ich den immer schneller werdenden Kreislauf aus ‘Kollektionen in den Laden – neue Trends – alles in den Sale – neue Sachen wieder rein’ aber total leid. Die schiere Masse hat mich erdrückt”, erzählt Sonja. Und spätestens als ihre Kinder dann kamen, wollte sie raus aus diesem Kreislauf. Sie setzte eine Zeit lang aus, recherchierte viel auf der Suche nach einer Alternative zur Fast Fashion, die ohne Rücksicht auf Mensch und Ressourcen produziert wird mit dem einzigen Ziel, immer neue Trends möglichst schnell zu verkaufen.

(c) Moeon Berlin

“Ich habe das Gefühl gehabt, das muss doch gehen. Faire Mode, die auch schön und elegant ist. Klassisch und modisch”, erinnert sie sich. Es war anfangs nicht leicht, Labels zu finden, die ihren Vorstellungen entsprachen. “Aber langsam holt uns die Entwicklung ein und wir bekommen immer mehr Auswahl an schönen Stücken, die klassisch schön aber trotzdem etwas Besonderes sind und die auch eine Saison überdauern.” Heute besucht Sonja Modefachmessen wie die Ethical Fashion Show in Berlin und lässt sich von Slow Fashion Blogs inspirieren. Bei Moeon finden sich Marken, die oft noch nicht so bekannt sind, aber Design und Nachhaltigkeit verbinden. So wie O MY BAG aus den Niederlanden, die cleane, schicke Taschen aus Öko-Leder produzieren, das schwedische Strick-Label Maska oder Knowtow: schlichte und einfache Kleidungsstücke mit außergewöhnlichen Schnitten aus Neuseeland, die von der Saat der Baumwolle bis zum Endprodukt ethisch und nachhaltig produziert sind.

Für alle, die in der Hauptstadt sind, lohnt sich ein Besuch im schönen Moeon. Aber auch im Online-Shop gibt es nachhaltige Mode, Taschen und Accessoires für Frauen – und wer sich nicht sicher ist, wofür eigentlich Fairtrade, Organic Cotton und andere Labels stehen, findet hier ausführliche Infos zu den Bezeichnungen und Kategorien. “Wir haben irgendwann festgestellt, dass unsere Kunden extrem verwirrt über die Unterschiede von zum Beispiel Organic Cotton und und Organic, Fairtrade Cotton waren”, erklärt Sonja. “Ersteres heißt nämlich nur, dass weniger Wasser verbraucht und keine Pestizide eingesetzt wurden, nicht, dass die Pflücker auch anständig bezahlt wurden. Wir haben versucht, die Kriterien zu ordnen.”

Für Sonja ist das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf ihren Laden und Fashion beschränkt, sondern ein wichtiger Aspekt ihres gesamten Lebens. So stellt sie sich im Alltag immer wieder die Frage nach der Notwendigkeit, “brauche ich, braucht die Familie das wirklich? Haben die Kinder nicht schon massig Spielzeug? Müssen wir jetzt wirklich eine Fernreise machen?” Dass das nicht immer nur Verzicht bedeuten muss, betont sie aber auch: “Wenn wir doch mal eine Investition tätigen, wollen wir das auch genießen und versuchen, den Kindern zu vermitteln: Das ist jetzt etwas Besonderes, merkt euch jede Sekunde, schmeckt mit allen Sinnen.” Für Erkundungsreisen eignet sich Berlin besonders gut, denn das ist für Sonja “die Stadt, wo Neues entsteht”. Aber manchmal muss man auch vom Großstadttrubel abschalten. Und das geht für sie am besten in ihrem kleinen Haus auf dem Land, “da sind wir viel und wühlen glücklich im Dreck”, lacht sie.

Gerade arbeiten Sonja und ihre Kollegen an “Moeon Studio”, einer kleinen Kollektion von zehn bis 15 Teilen, alle in Berlin genäht und aus nachhaltigen Fasern. Sie wird nur im Laden und im Onlineshop erhältlich sein. Sonjas Vision für die Zukunft sieht trotzdem etwas anders aus, sie wünscht sich nämlich “das, womit wir uns selbst überflüssig machen würden: Nachhaltige Mode in jeder der großen Modeketten, fair produziert. Und das T-Shirt kostet auch nicht mehr drei Euro, sondern so viel, dass es sich lohnt, sich darum zu kümmern und es zu pflegen.”

(c) Moeon Berlin

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