Kurz mal Essen retten

Stian Olesen, Thomas Momsen und Klaus Pedersen stehen vor potentiellen Investoren in der bekannten VOX-Sendung “Die Höhle der Löwen”. Mit dabei haben die Gründer der App “Too Good To Go” eine charmante Idee: Sie geben Nutzern ihrer App die Chance, günstiges Essen von Restaurants kurz vor Ladenschluss zu bekommen und Restaurantbesitzern damit eine Möglichkeit, ihre Essensabfälle zu reduzieren. Win-Win sozusagen. Auch wenn sie am Ende ohne Deal die Show verließen, die Zuschauer haben sie überzeugt:  Wie t3n.de erst kürzlich berichtete, sind die Download-Zahlen der App nach der Ausstrahlung der Show in die Höhe geschossen.

Gut verpackt gibt’s das gerettete Essen zum Mitnehmen.

Zu Recht! Denn die Idee hat Potential. Jeder Deutsche kauft laut dem Umweltbundesamt im Durchschnitt 456 Kilogramm Lebensmittel im Jahr. Allein 81 Kilogramm und pro Kopf rund damit 220 Euro wandern in den Müll! Und nicht nur das, sondern auch ein Stück Umwelt wird in die Tonne getreten, wenn man die Treibhausgasemissionen für die Herstellung, Energie für Weiterverarbeitung, Transport der Lebensmittel und vieles mehr bedenkt.

Mit Apps wie “Too Good To Go” oder “ResQ Club”, die ganz ähnlich funktioniert, soll das Thema Lebensmittelverschwendung der Vergangenheit angehören. In Berlin sind beide Apps bereits am Start und über 200 Restaurants, Bäckereien und Cafés mit ihnen. Und so geht’s: Nach der Anmeldung in der App wird dem Nutzer eine Karte mit Essensangeboten in der Umgebung angezeigt. Mit Klick auf ein Angebot erhält er weitere Informationen, zum Beispiel welche Speisen das Restaurant anbietet und in welcher Preisspanne die Abhol-Boxen liegen. Bezahlt wird direkt über die App und der Nutzer muss nur noch sein Essen abholen. Oftmals bieten Restaurants erst kurz vor Ladenschluss das Essen an, manchmal allerdings auch über den Tag hinweg, wenn es sich beispielsweise um die Reste von einem Frühstücksbuffet handelt.

So oder so, der Nutzer muss flexibel sein – sowohl zeitlich als auch was die Auswahl des Essens angeht. Denn welches Gericht man gerade über die App erstanden hat, ist vorher nicht genau ersichtlich. Nicht ohne Grund nennt “ResQ Club” die Auswahl der Gerichte “Überraschungstüten”. Dafür lassen sich häufig einige Euro sparen. So wirbt “Too Good To Go” sogar damit, dass es Mahlzeiten ab 2 Euro zu ergattern gibt. Und noch einen positiven Nebeneffekt haben die Apps: Nutzer werden eventuell auf Restaurants aufmerksam, die sie zuvor noch nicht kannten.

Übersichtliches Design: So sieht die Too Good to Go-App aus.

Große Unterschiede zwischen den Apps gibt es für den Nutzer nicht. Hier kommt es ganz allein auf den persönlichen Geschmack an, welches Design mehr anspricht. Aber natürlich auch auf die beteiligten Restaurants. Beide Apps sind international und in mehreren Großstädten Deutschlands vertreten. Am besten, ihr probiert beide Anbieter mal aus und checkt, welche App in eurer Umgebung die meisten und besten Angebot anzeigt. Beide Apps sind für Android und  iOS kostenlos verfügbar.

Wir denken, dass die Apps auf jeden Fall ein weiterer richtiger und wichtiger Schritt weg von der Lebensmittelverschwendung und hin zum nachhaltigen Konsum sind. Aber natürlich sind wir auch alle selbst angehalten, daheim auf unsere eigene Verwertung von Lebensmitteln zu achten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dafür beispielsweise die Initiative “Zu gut für die Tonne” ins Leben gerufen. Über die zugehörige App gibt es leckere Rezepte für die Resteverwertung eurer Lebensmittel. Oder ihr werft einen Blick auf www.restegourmet.de. Hier könnt ihr ganz bequem die Lebensmittel eingeben, die noch bei euch im Kühlschrank sind, und bekommt ein passendes Rezept.

Das Thema Lebensmittelverschwendung geht alle etwas an. Aber mit solchen Ideen und Apps macht es doch sogar Spaß, etwas dagegen zu unternehmen.

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