Kaffee ohne Einweg

Deutschland ist ein Land der Kaffeetrinker. Etwa 77.000 Tassen Kaffee trinkt der Durchschnittsdeutsche in seinem Leben. Als inoffizielles Nationalgetränk muss der Wachmacher natürlich auch auf dem Weg zur Arbeit dabei sein. Und auf dem Weg nach Hause. Und auf dem Weg zum Sport. Und auf dem Weg zur Grillparty. Allein in Berlin werden täglich etwa 460.000 Coffee to go-Becher verbraucht! Und jetzt mal ehrlich: Das ist viel zu viel Müll.

Genau dieses Problem will das Start-Up RECUP lösen. Unter dem Motto “return. reuse. recycle” schickt es sich seit September 2016 an, den Wegwerfbecher-Müll zu reduzieren. Aus dem bayrischen Rosenheim soll es nun nach ganz Deutschland gehen. “Unsere Vision ist es, das Coffee to go Geschäft zu revolutionieren und den Kaffee im Einwegbecher für immer von der Bildfläche verschwinden zu lassen”, heißt es bei RECUP.

(c) RECUP

Das Ganze funktioniert nach einem einfachen, aber effektiven Prinzip: Den Becher könnt ihr in teilnehmenden Cafés gegen 1€ Pfand mitnehmen. Jederzeit kann er wieder abgegeben werden und geht nach der Reinigung zurück in den Becher-Kreislauf. Zusätzlich gibt es einen Rabatt auf den Kaffee. Der Deckel bleibt aus hygienischen Gründen allerdings weiterhin Einweg und muss für jeden Kaffee gewechselt werden. Welche Cafés in Berlin und anderswo bei RECUP mitmachen, könnt ihr in der praktischen RECUP-App erfahren.

Den Becher gibt es in zwei Farbtönen: Mint und Braun (c) RECUP

Die Idee zu RECUP entstand während des letzten Semesters seines Studiums, erzählt Geschäftsführer Florian: “Meine Kommilitonen waren es gewohnt, statt der Tasse den Einwegbecher zu verwenden – und nach der 15-minütigen Pause vor dem Kiosk zu entsorgen. Da musste ein Lösung her: Das Prinzip des Pfandsystems ist in Deutschland bekannt und leicht zu vermitteln. Zudem bietet es auch ‘vergesslichen’ Menschen die Möglichkeit, Mehrweg beim Coffee to go zu nutzen, ohne an ihren Becher denken zu müssen.” Das System von RECUP wird in Deutschland gut angenommen: Aktuell gibt es über 200 Partner, täglich kommen neue hinzu. Weitere Großstädte nach München und Berlin, wo es RECUP seit dem 17. Juli gibt, sind in Planung.

Die RECUP-Becher sind aus dem Kunststoff Polypropylen, PP. Dadurch sind sie langlebig (bis zu 500 Spülgänge überstehen sie) und komfortabel. Ein vergleichbar geringer Energieverbrauch bei der Herstellung und eine gute Recyclingfähigkeit sind laut RECUP weitere Gründe, die für PP sprechen. Langfristig möchte das Team allerdings nach alternativen Materialien wie Biokunststoff Ausschau halten.

Fun Fact: Sobald RECUP 1000 Partner in Deutschland erreicht hat, möchte Florian aufhören, seinen Kaffee mit Zucker zu trinken. Lasst ihn uns doch alle dabei unterstützen! Und der Natur tun wir dabei auch noch was Gutes.

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